Kurt von Briesen
| Geburtstag | 03.05.1886 |
| Geburtsort | Anklam |
| Kreis | Pommern |
| Todestag | 20.11.1941 |
| Todesort | bekannt |
| Einheiten |
| von (am) | bis | Einheit | Dienststellung/Funktion | Streitkraft |
| 26.09.1940 |
01.10.1910 |
Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 |
|
vor dem 1. Weltkrieg - Heer |
| 01.10.1910 |
01.10.1913 |
Stab II./Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 |
Adjutant |
vor dem 1. Weltkrieg - Heer |
| 01.10.1913 |
01.08.1914 |
Kriegsakademie |
|
vor dem 1. Weltkrieg - Heer |
| 01.08.1914 |
23.08.1914 |
Stab/Reserve-Infanterie-Regiment 15 |
Adjutant |
im 1. Weltkrieg - Heer |
| 23.08.1914 |
28.10.1914 |
Lazarett |
|
im 1. Weltkrieg - Heer |
| 28.10.1914 |
00.00.1916 |
Stab/Reserve-Infanterie-Brigade 26 |
Adjutant |
im 1. Weltkrieg - Heer |
| 00.00.1916 |
07.09.1916 |
Stab/IV. Armeekorps |
|
im 1. Weltkrieg - Heer |
| 07.09.1916 |
00.00.1918 |
Generalstab |
|
im 1. Weltkrieg - Heer |
| 00.00.1918 |
00.04.1919 |
Stab/239. Infanterie-Division |
1. Generalstabsoffizier |
im 1. Weltkrieg - Heer |
| 00.04.1919 |
01.10.1919 |
Stab/II. Armeekorps |
Ia |
im 1. Weltkrieg - Heer |
| 01.10.1919 |
09.03.1920 |
Stab/Wehrkreiskommando II |
Ia |
Reichswehr - Reichsheer |
| 31.03.1920 |
|
Verabschiedung |
|
Reichswehr - Reichsheer |
| 01.05.1922 |
|
Wehrkreiskommando II |
Zivilangestellter |
Reichswehr - Reichsheer |
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01.04.1934 |
Grenzschutz Pommern |
|
Reichswehr - Reichsheer |
| 01.04.1934 |
|
Reaktivierung |
|
Reichswehr - Reichsheer |
| 01.04.1934 |
15.10.1935 |
Stab/Kommandantur Neustettin |
Kommandant |
Reichswehr - Reichsheer |
| 15.10.1935 |
04.02.1938 |
Stab/Infanterie-Regiment 69 |
Kommandeur |
Wehrmacht - Heer |
| 04.02.1938 |
10.09.1939 |
Stab/30. Infanterie-Division |
Kommandeur |
Wehrmacht - Heer |
| 10.09.1939 |
01.07.1940 |
Lazarett |
|
Wehrmacht - Heer |
| 01.07.1940 |
25.11.1940 |
Stab/30. Infanterie-Division |
Kommandeur |
Wehrmacht - Heer |
| 25.11.1940 |
20.11.1941 |
Stab/LII. Armeekorps |
Kommandierender General |
Wehrmacht - Heer |
| Beförderungen |
| am | zum |
| 22.04.1905 |
Fähnrich |
| 27.01.1906 |
Leutnant |
| 19.07.1913 |
Oberleutnant |
| 27.01.1915 |
Hauptmann |
|
Major |
| 01.04.1934 |
Oberstleutnant |
| 01.05.1934 |
Oberst |
| 01.08.1937 |
Generalmajor |
| 27.08.1939 |
Generalleutnant RDA v. 01.08.1939 (1) |
| 01.08.1940 |
General der Infanterie |
| Auszeichnungen |
| am | Auszeichnung |
| 27.10.1939 |
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
| 00.04.1918 |
Hohenzollern RK Schwerter |
| 00.12.1914 |
Eisernes Kreuz 1. Klasse Kaiserzeit |
| 00.09.1914 |
Eisernes Kreuz 2. Klasse Kaiserzeit |
| 04.10.1939 |
Spange 1939 zum EK1 |
| 20.09.1939 |
Spange 1939 zum EK2 |
|
Verwundetenabzeichen 1918 Schwarz |
|
Ehrenkreuz für Frontkämpfer |
- ZAMO 500 Fond 12477 Akte 225 S. 6
Kurt Alfred Otto Erimar von Briesen wurde am 03.Mai 1886, zu Anklam, als Sohn des späteren Generals Alfred von Briesen und dessen Frau Olga, geb. von Kleist, geboren. Der Vater lebte seit 1910 im Ruhestand, war als Generalleutnant zuletzt Kommandeur der 35. Infanterie-Division gewesen und nahm nach seiner Verabschiedung den Charakter eines Generals der Infanterie an. Im September 1914 ereilte ihn am 12. November 1914 als Kommandeur der 49. Reserve-Division der Soldatentod. Kurt von Briesen trat am 26.09.1904 als Fahnenjunker in das Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 in Berlin ein. Am 01.10.1910 wechselte er als Adjutant zum Füsilier-Bataillon seines Regiments und wurde am 01.08.1913 an die Kriegsakademie kommandiert. Mir Beginn des 1. Weltkrieges wird er am 01.08.1914 zum Adjutanten des Reserve-Infanterie-Regiments 15 ernannt, zieht mit diesem ins Feld und wird dort bereits am 23.08.1914 verwundet. Wieder genesen übernimmt er am 28.10.1914 den Posten des Adjutanten bei der 26. Reserve-Infanterie-Brigade, kommt 1916 in den Generalstab des IV. Armee-Korps, wobei er am 07.09.1916 in den Generalstab versetzt wird, wechselt 1918 als Ia zur 239. Infanterie-Division und übernimmt nach dem Waffenstillstand im Jahre 1919 das Kommando über das Freiwilligen Bataillon 52. Als Hauptmann hatte er im Mai 1915 Charlotte von Gynz-Rekowski geheiratet. Im April 1919 in den Generalstab des II. Armee-Korps nach Stettin versetzt und wird beim Wehrkreiskommando II im Grenzschutz verwendet. Obwohl mit hohen Auszeichnungen versehen, wird von Briesen dennoch am 09.03.1920 aus dem Heeresdienst entlassen, um ab Mai 1922 die Organisation des pommerschen Grenzschutzes im Bereich des Wehrkreiskommandos II in Stettin zu übernehmen. Im Jahre 1934 wechselte seine Dienststelle nach Stolp, nachdem diese 1930 bereits nach Neustettin verlegt worden war. Dabei hatte die Dienststelle bereits 1933 die neue Bezeichnung Territorialleitung Ost im Wehrkreis II erhalten. Am 01.04.1934 trat von Briesen wieder dem Heer, im Range eines Oberstleutnants bei und übernahm dabei gleichzeitig den Posten des Kommandanten von Neustettin. Am 15.10.1935 wird er zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 68 in Hamburg-Wandsbek bzw. Hamburg-Harburg ernannt und wird schließlich ab dem 13.02.1938 mit dem Kommando über die 30. Infanterie-Division in Lübeck betraut. Mit Wirkung zum 18.06.1939 soll er mit dem Kommando über die 34. Infanterie-Division betraut werden, doch wird diese Ernennung am 19.07.1939 rückgängig gemacht, ebenso wie für den 28.06.1940. Im Polenfeldzug im Einsatz meisterte er jede Situation und wurde einmal verwundet. Von Briesen liess sich dabei schnell ärztlich behandeln und kehrte dann sofort an die vorderste Front seiner Division zurück. Dafür erhielt er am 27. Oktober 1939 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Von Briesen`s Division spielte eine entscheidende Rolle in der Einleitung der Schlacht an der Bzura. Das die 30. Infanterie-Division aushielt, dadurch schwere Verluste erleiden musste aber dennoch die Schlacht erfolgreich beendete, ist nicht zuletzt von Briesen zu verdanken. Dies würdigte sogar Hitler in seiner Rede am 06.10.1939 vor dem Reichstag. Zum Ritterkreuz wurde von Briesen durch den Generaloberst Johannes Blaskowitz vorgeschlagen, der aufgrund der wechselnden Unterstellungsverhältnisse der Division, den Vorschlag selbst einbrachte. Die Urkunde zum Ritterkreuz wurde ihm erst am 10.07.1949 überreicht. Im Frühsommer führte er seine Division auch im Frankreich-Feldzug und erhielt die Ehre, dass seine Soldaten an ihrem Kommandeur in Paris am Arc de Triomphe vorbeidefilieren durften. Für seine Leistungen im Feldzug gegen Frankreich wurde von Briesen zum General der Infanterie befördert und wurde am 25.11.1940 zum Kommandierenden General des LII. Armee-Korps ernannt. Mit seinem Korps nahm von Briesen mit dem 22.06.1941 an den Kampfhandlungen des Ostfeldzuges teil, wobei er allerdings auf einer Frontfahrt bei Isjum am Donez am 20. November 1941 den Tod fand. Über seine letzten Stunden ist folgendes vom Oberstleutnant i.G. Doerr überliefert. Auf dem Weg zu den am Donez eingesetzten Regimentern seines Korps, übernachtete von Briesen in der Nacht vom 19. auf den 20.11.1941 beim Kommandeur des Infanterie-Regiments 57, Oberstleutnant Hass, in Spewakowskij, ca. 15 Kilometer westlich Isjum. Gegen Mittag hatte er zuvor den Donez in einem Floßsack überquert und die Soldaten des Infanterie-Regiments 57 im Brückenkopf besucht. Gegen 10.15 Uhr des folgenden Tages fuhr von Briesen nach Mal. Kamyschewacha, um dort, unter Mitwirkung des Infanterie-Regiments 457, den Angriff auf Isjum festzulegen. Hinter den Sicherungen des Regiments fuhr der Wagen des Kommandierenden Generals ostwärts Andrejewka querfeldein auf einem Höhenweg, der von Artilleriefeuer belegt wurde und stellenweise weithin vom Gegner eingesehen werden konnte. Der General saß dabei neben dem Fahrer, Obergefreiter Hein von der 14. Kompanie des Infanterie-Regiments 57. Hinter beiden saßen Leutnant Sonneborn, Reiterzugführer des Infanterie-Regiments 57, sowie der Ordonnanzoffizier des Generalkommandos Leutnant Moritz. Gegen 12.30 Uhr wurde der Wagen des Generals von zwei feindlichen Jagdflugzeugen, die im Gleitflug und abgestellten Motoren anflogen, aus etwa 50 m Höhe mit MG-Feuer angegriffen. Die Insassen des Wagens wurden sich erst durch das lauter Geknatter und die wiederangestellten Motoren der zunächst wieder abfliegenden Jäger der Gefahr bewusst. Die beiden Leutnants sprangen heraus und eröffneten mit ihren Maschinenpistolen das Feuer auf die Jäger. Dabei stellte Sonneborn eine Verwundung durch einen Steckschuss im Oberschenkel fest, wohingegen Moritz unverwundet geblieben war. Den General hingegen hatten 12 Geschosse der MG-Garbe, die zwischen Schulter und Hüfte von rechts oben in den Körper eingedrungen waren, sofort getötet. Der Fahrer blieb dagegen ebenfalls unverwundet. Da der Wagen stehen geblieben war brachte man den gefallenen General und den verwundeten Leutnant mittels eines Panjefahrzeuges zum Verbandsplatz des Infanterie-Regiments 457 nach Mal. Kamyschewacha, wo die Leiche des Generals vom Regimentskommandeur Oberst de Salengre-Drabbe empfangen wurde. Am 21.11.1941 überführte der Kommandeur des Infanterie-Regiments 116 Oberstleutnant Scheuerpflug den General nach Kegitschewa, wo er nach Übernachtung in Krassnopawlowka am 22.11.1940 gegen 10.00 Uhr eintraf. Nach einer kurzen feierlichen Ansprache des Chefs des Stabes des Armee-Korps, der Paradeaufstellung der anwesenden Truppen und einem Ehrenspalier, geleitete Oberstleutnant Scheuerpflug den toten General nach Krassnograd und von dort mit der Bahn nach Poltawa, wo am 24.11.1941 um 11.00 Uhr die feierliche Beisetzung stattfand. Am 29.04.1961 schrieb "Die Pommersche Zeitung" anlässlich seines 75. Geburtstags: